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Der Schlaf der Säuglinge
und ihrer Eltern
(vierter bis zwölfter Lebensmonat)
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| 1. |
Jetzt
beginnt Ihr Kind, nachts länger zu schlafen als tagsüber.
Wenn es dabei unruhig erscheint, schaukelt, mit dem Kopf wackelt oder
gar den Kopf rhythmisch anschlägt, dann ist das im ersten und
zweiten Lebensjahr kein Grund zur Beunruhigung. Mindestens jedes zweite
Kind zeigt auf diese Weise, dass sein Nervensystem noch reifen muss,
damit es im Schlaf für motorische Ruhe sorgen kann. |
| 2. |
Fünfzehn
Stunden Schlafzeit verteilen sich (bei 70% aller Kinder) auf einen
langen Nachtschlaf und zwei Tagesschläfchen, eines am Vormittag,
eines am Nachmittag. Der daraus abzuleitende Schlaf Wachrhythmus sollte
von den Eltern erforscht und dann sorgsam eingehalten werden. Es ist
unsinnig und zumeist mit der Entwicklung von Einschlafproblemen verbunden,
wenn Eltern versuchen, ihrem Kind einen "eigenen" Rhythmus
beizubringen. |
| 3. |
In
die zweite Hälfte des ersten Lebensjahrs fallen viele "aufregende
Ereignisse": Zahnen, Krabbeln, Laufen, Trennungsangst mit "Fremdeln"
und Sprechen. Daher kommt es immer wieder zu Durchschlafproblemen,
die sich nach ein paar Tagen wieder legen. Die durchbrechenden Zähne
machen selten mehr als zwei Nächte hintereinander Schmerzen! |
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| 4. |
Die
häufigsten Gründe für Durchschlafprobleme gesunder
Kinder in diesem Alter sind - abgesehen von den "aufregenden
Ereignissen": Mangelnde Schlafhygiene, "Rechenfehler"
der schlafbedürftigen Eltern, die in den frühen Morgenstunden
nur ungern akzeptieren mögen, dass ihr Kind schon genug Schlaf
bekommen hat...!, ferner Hunger, Schmerzen (Ohrenschmerzen), Unbehagen
und Rhythmusstörungen. Bei sehr wenigen Kindern ist es der Vollmond,
der die Kinder nachts wach hält. Am Ende des ersten Lebensjahres
können mehr als 90% aller Säuglinge durchschlafen. |
| 5. |
Stillen
ist für Mutter und Kind eine wichtige Erfahrung, die das Kind
vor allem in den ersten sechs Monaten gegen Infektionskrankheiten
schützt und beim Kind ein sicheres Bindungsgefühl fördert,
das ihm lebenslang einen Zugang zu innerer Geborgenheit eröffnet. |
| 6. |
Ab
dem vierten Monat nimmt die Neugier eines Säuglings an der Welt
sprunghaft zu. Daraus resultiert eine häufigere Unterbrechung
der trauten Stillstunden, oft enttäuschend für die Mütter.
Dies ist der Moment der zweiten Abnabelung, der "psychischen
Geburt des Menschen". Ein Grund, ein erstes Fest der Selbständigkeit
zu feiern, gemischt aus Traurigkeit und Freude wie alle Selbständigkeitsfeste,
die noch folgen werden. |
| 7. |
Frühestens
ab dem vierten Lebensmonat, besser aber erst nach dem 6. LM, braucht
Ihr Kind feste Nahrung zusätzlich zur Milch. Das Breichen am
Abend, nicht als Nachtmahlzeit, erhöht zudem die Chance des Durchschlafens. |
| 8. |
Bei
der Entscheidung, ob Sie Ihr Kind mit in Ihr Bett nehmen oder nicht,
gehen Sie ausschließlich von Ihrer intuitiven Vorstellung darüber
aus, was Ihr Kind braucht. Erst wenn Schlafprobleme auftauchen, suchen
Sie Rat bei anderen! Nicht umgekehrt! |
| 9. |
Ab
dem vierten Monat können die allermeisten Säuglinge nachts
am Stück acht oder zwölf Stunden durchschlafen. Dabei müssen
sie aber alle vier Stunden von sich aus wieder in den Schlaf finden.
Ihr Weinen und Schreien in dieser Zwischenphase, die unbedingt eine
Antwort der Mutter benötigen, bedeuten nicht Hunger, sondern
Suche nach Sicherheit wie beim abendlichen Einschlafen. Werden Säuglinge
dann gefüttert, so "erlernen" sie ihre ersten Durchschlafprobleme.
Daraus folgt: Nicht Schreienlassen und Wieder Einschlafen üben
gerade so, wie Sie es am Abend gehalten haben ohne zu füttern! |
| 10. |
Spätestens
ab dem vierten Monat sollte die chronisch übermüdete Mutter
streng darauf achten, dass sie mit Unterstützung eines Zweiten
(des Vaters z. B. am Wochenende), der sie immer wieder für mindestens
zwei Nächte vertreten kann, wieder genügend ungestörten
Tiefschlaf findet. Naps am Tage können gegen chronische Übermüdung
und Depressivität Wunder wirken. Daher lohnt es sich für
Mütter wie Väter, tagsüber die Nap Technik zu üben,
während ihr Kind noch das Schlafen lernen muss. |